03.02.2012

ÖDP ruft zur Teilnahme an den Demonstrationen gegen ACTA auf

Tischler befürchtet schleichende Entdemokratisierung

Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) ruft dazu auf, sich am 11. Februar an den Demonstrationen gegen ACTA zu beteiligen. ACTA steht für „Anti-Counterfeiting Trade Agreement“ und ist ein multilaterales Handelsabkommen mit dem Ziel, die Produktpiraterie einzudämmen. ACTA stehe aber nicht für den Schutz des geistigen Eigentums, so Christian Tischler, Mitglied im ÖDP-Bundesvorstand, sondern vielmehr für Intransparenz, Durchsetzung von Lobbyinteressen und Einschränkung der Verbraucherrechte.

„Die Verhandlungen über ACTA fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit, der Entwicklungsländer und der mulitlateralen Organisationen wie der Welthandelsorganisation (WTO) oder der World Intellectual Property Organization (WIPO) statt,“ so Tischler. Ebenso bedenklich seien die tiefen Eingriffe in die Grundrechte der Internetnutzer. So würden Internetdienstanbieter als Störer haftbar gemacht werden können. Um dies zu vermeiden, müssten die Provider den gesamten Datenverkehr ihrer Kunden überwachen, eingreifen und ggf. auch den Internetzugang sperren.

Von den Regelungen sei aber nicht nur der Bereich Medien betroffen, sondern der Handel mit Waren allgemein. „ACTA bedient die Interessen der großen Konzerne und stellt eine Gefahr für den internationalen Wettbewerb dar. Bei Inkraftreten des Abkommens ist z.B. die Versorgung der Entwicklungsländer mit bezahlbaren Medikamenten gefährdet,“ erläutert Tischler weiter. Weitreichendere Befugnisse der Zollbehörden würden dazu führen, dass z.B. Generika bereits in den Bereich Produktpiraterie eingeordnet und beschlagnahmt werden könnten, wenn sie ein ähnliches Etikett wie das Originalprodukt hätten.

 „Die Handschrift hinter diesem Abkommen ist deutlich zu erkennen. Die schleichende Entdemokratisierung und die Machtzunahme der großen Unternehmen wird mit ACTA zementiert. Dagegen müssen wir uns als Demokraten wehren,“ so der ÖDP-Politiker abschließend.

 

 

Kategorie: Inneres / Justiz, Medien / Internet

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Vorhandene Kommentare

Seite 1

Peter A. Weber schrieb am 07.02.2012 17:55 answer homepage

ACTA

 

Ich verweise auf meinen Kommentar zu dieser Problematik, den ich bereits in der Pressemitteilung über die Reformierung des Urheberrechtes gepostet habe.

 

Allerdings hatte ich mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausführlich genug über die Thematik ACTA informiert. Auf unserem Forum KRITISCHES-NETZWERK.de habe ich heute direkt auf der Startseite einen sehr ausführlichen Beitrag dazu geleistet. Dieser befaßt sich außer mit ACTA auch mit dem Fiskalpakt und ESM. Wegen des Umfangs meines Artikels empfehle ich, Ihn entweder unter der angegebenen Forum-Website oder direkt unter

 

www.kritisches-netzwerk.de/content/acta-und-fiskalvertrag-esm-eine-kritische-analyse-von-peter-weber

 

abzurufen. Bevor man pauschal in Opposition geht, sollte man vorher einmal in medias res gehen.

 

Mit herzlichem Gruß

Peter A. Weber

Chris schrieb am 03.02.2012 13:36 answer

Eine Liste der Protestaktionen und Demonstrationen gibt es unter wiki.stoppacta-protest.info/DE:Uebersicht_Demos

Chris schrieb am 03.02.2012 12:49 answer

Interessant ist, dass sogar der Slovenische Botschafter in Japan sich öffentlich dafür entschuldigt, ACTA unterzeichnet zu haben:

metinalista.si/why-i-signed-acta/

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