12.01.2012

ÖDP prangert Massentierhaltung an

Maier: „Geiz ist lebensgefährlich“

„Von Massentierhaltungsanlagen gehen große gesundheitliche Gefahren aus.“ Das sagt Ludwig Maier, Vorsitzender des Bundesarbeitskreises Landwirtschaft/Tierschutz/Gentechnik in der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), anlässlich des aktuellen Skandals wegen antibiotikaresistenter Keime in Hähnchenfleisch.

Maier hofft, dass endlich die betroffenen Handelsketten reagieren und Fleisch aus Massentieranlagen aus dem Sortiment nehmen und so ein deutliches Zeichen für den Verbraucher setzen. „Geiz ist nämlich nicht geil, Geiz ist in diesem Fall lebensgefährlich,“ so der ÖDP-Politiker. Der Grund: Antibiotikaresistente Keime können bei übermäßigen Verzehr beim Menschen Antibiotikaresistenzen auslösen. Bei einer ernsthaften Erkrankung können dann bestimmte Medikamente nicht mehr wirken.

Obwohl der Einsatz wachstumsfördernder Antibiotika, laut Maier, in der Hähnchenmast nicht mehr zulässig sei, werde dennoch das Verbot im großen Stil missachtet. Dies gehe aus einer Studie des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hervor. Laut Studie seien 83 Prozent der untersuchten Mastdurchgänge antimikrobiell wirksame Mittel verabreicht worden. Die Überwachungsbehörden hatten die Daten von 962 Hähnchenmastdurchgängen aus 182 Betrieben im ersten Halbjahr 2011 ausgewertet. Das Ergebnis legte laut Bericht den Schluss nahe, dass Mäster Antibiotika trotz Verbot weiterhin einsetzen.

ÖDP-Politiker Maier fragt sich, wie die Mäster ungehindert an solche Mengen von Antibiotika kommen, welche eigentlich nur in begründeten Fällen durch den Tierarzt verabreicht werden dürfen. „Wo ist die Gesetzeslücke? Das zeigt, dass Regierungen von Bund und Ländern ihrer Verantwortung nicht nachkommen.“

Maier fordert Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner offen zum Handeln auf, denn er sieht das deutsche Grundgesetz verletzt.

Art. 2,  Abs. 2 sagt: Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversertheit.

Art. 20a sagt: Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftige Generation die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.

 Die ÖDP ruft zur Teilnahme an der Demonstration „Wir haben es satt“ für eine bessere Landwirtschaft am 21. Januar in Berlin auf. Mehr dazu: www.wir-haben-es-satt.de

 „Nur wenn die Politik unter Druck gesetzt wird, können wir etwas verändern,“ so Maier.

 

 

Kategorie: Werte / Menschenbild, Landwirtschaft / Gentechnik

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Seite 1

Helga Filz schrieb am 26.01.2012 14:00 answer

Billigfleisch geht gar nicht, und wer behauptet, dass er es sich nicht leisten könne, Fleisch aus artgerechter Haltung zu kaufen, hat eine falsche Vorstellung von Moral. Wenn wir uns das Tierleid einmal direkt ansehen, insbesondere in den Hühnerfarmen, oder in der Schweinemast wird schon nach kürzester Zeit damit konfrontiert werden, wie erbärmlich es ist, dass wir mit unseren Mitgeschöpfen so brutal umgehen. Persönlich habe ich meine Konsequenzen daraus gezogen und bin Vegetarierin geworden und auf dem besten Weg vegan zu werden, aufgrund der tierquälerischen Milchwirtschaft und der Tatsache, dass man der Kuh das Baby einfach wegnimmt, damit die Milch fliesst....

Wer seine Betroffenheit ausdrückt, unter denen unsere Tiere leben, die wir essen, wird oft als weltfremd und sentimental bezeichnet. Wenn man das genau wissen will, wie sie behandelt werden, konfrontiert man sich dann mit den Tatsachen über die Tiere und über sich selbst, oder weicht man einfach aus? Ist das Argument, Mitgefühl solle einen höheren Stellenwert haben als ein billiger Burger (oder überhaupt ein Burger) , ein Ausdruck von Gefühl und Triebgesteuertheit oder eine Auseinandersetzung mit der Realität und unseren Moralvorstellungen?

 

Ein Zitat aus dem Buch "Tiere essen" von Jonathan Safran Foer:

„Zwei Freunde bestellen Mittagessen. Einer sagt: „ Ich habe Lust auf einen Burger“ und bestellt sich einen. Der andere sagt: „Ich habe Lust auf einen Burger“ denkt aber daran, dass es Dinge gibt, die ihm wichtiger sind als seine Gelüste, und bestellt etwas anderes. Wer ist da der Gefühlsmensch??

Magda Heßdörfer schrieb am 26.01.2012 10:57 answer

Ich meine, wenn Tiere artgerecht aufwachsen dürfen und natürlich gehalten werden, dann ist es auch zu verantworten, dass der Mensch sich mal einen guten Braten oder ein Brathuhn gönnt. Es soll nicht täglich sein, und wir Verbraucher müssen bereit sein, für gesunde Tierhaltung und dadurch bedingt teuerere Fleisch- und Wurstpreise auch mehr zu bezahlen. Ein Discounter verkauft oft Schweinehack zum Schleuderpreis für 1 Pfund zu 1,39 Euro. Wer denkt schon an das Leid der Tiere welches so einen Preis erst möglich macht.

Helga Filz schrieb am 25.01.2012 19:55 answer

Die Massentierhaltung können wir nur eindämmen, indem wir grundsätztlich auf Fleisch verzichten. Tiere sind nicht dazu auf der Welt, dass wir quälen und essen.

Magda Heßdörfer schrieb am 24.01.2012 15:03 answer

Egal um welches "Nutztier" es geht. Die Tierquälerei im groß angelegten Stil wird ja noch weiter gesteigert werden, wenn Menschen in anderen Ländern wie z.B. China auch auf den "Fleischgeschmack" kommen und das dann auch so hemmungslos verzehren wollen wie viele Zeitgenossen es bei uns und anderswo bedenkenlos jetzt schon tun. Man bedenke auch die Massen der Fäkalien und der Gase und deren Auswirkungen auf den Klimawandel. Leider ist es aber so, wenn der Konsument keinen Kontakt zum Lebewesen Tier mehr hat und nur das verpackte Stück Fleisch kauft, dann wird sich im Bewußtsein des Konsumenten so schnell auch nichts ändern. Hauptsache billig und oft.

Wolfgang Martin Wettlaufer schrieb am 19.01.2012 18:51 answer

Das Thema geht beileibe nicht allein uns Verbraucher an; die Hauptbetroffenen dürfen nicht unerwähnt bleiben:

Auch in diesem Zusammenhang sollte man es also nicht versäumen, auf die große Tierschinderei bei der Hähnchenmast hinzuweisen - Quälerei bei Aufzucht, Transporten, der Haltung auf Drahtrosten in engen Stallungen, schließlich bei der Schlachtung!

Gerade in diesen Tagen war zu lesen von einer weiteren großen Fehlentwicklung, die uns schon bald ins Haus steht: von einer gewaltigen Überproduktion an Hähnchenfleisch infolge zahlreicher geplanter Großmastanlagen, vor allem in Norddeutschland. Hieran ist zu erkennen, wie das ökonomische Primat eine gesunde Entwicklung in der Art, wie wir leben, konsumieren und wirtschaften, torpediert: 'lohnt' es sich, dann produzieren in unserem kleinen Land gewissenlose Tierfabrikanten Unmengen an tierschinderisch erzeugten Nahrungsmitteln für asiatische Tigerstaaten ..

Diese gefährliche Konsequenz folgt aus der absurden Idee ewigwährenden Wachstums - die auch hier von Ökodemokraten gründlichst hinterfragt werden sollte! Allein schon die Not der 'Nutztiere' sollte dazu verpflichten.

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